Corona und die derzeitige Wetterlage machen es den Läufern und damit auch Jürgen Hemesath von der Laufgemeinschaft Emsdetten nicht gerade leicht. Da ihm wie im Vorjahr bereits sämtliche Wettkämpfe auch für 2021 abgesagt wurden, musste er umdenken, denn das Training für die „Tortour de Ruhr“ am 22. und 23. Mai in Duisburg geht in die harte Phase. Dort hat sich Jürgen Hemesath für den Lauf über die Distanz von 100 Kilometer angemeldet.

Da die meisten Nebenstraßen und Waldwege noch immer unpassierbar waren, fasste Jürgen Hemesath den Entschluss, einen Trainingsmarathon auf dem Grünring, dem Westring und der Droste-Hülshoff-Allee zwischen Hollhorst und Nordwalder Straße zu laufen, denn das war der einzige Weg, der auf der kompletten Länge von den Schneemassen befreit war.

Bei -11 Grad und strahlend blauem Himmel startete er am Samstag um 10 Uhr. Wenn man 42,2 Kilometer auf einer nur 2,6 Kilometer kurzen Strecke läuft, bleibt es natürlich nicht aus, dass man Spaziergängern unter Umständen mehrmals trifft, und sein bewusst buntes Outfit zu Karneval sorgte für weitere Heiterkeit auf der Strecke. Besonders die Laufsocken mit auffälligen Punkten sollten an Konfetti erinnern und fanden bei den Passanten für viel Anklang. Einige Läufer schlossen sich ihm sogar für wenige Kilometer an, so dass er eigentlich nie wirklich alleine auf der Laufstrecke war. Passanten, denen er häufiger begegnete, stellten ihm teilweise die Frage, wie lange er noch laufen wolle.

Die Zeit stand für Jürgen Hemesath an diesem Tag nicht im Fokus, allerdings war sein etwas ungewöhnlicher Marathon  nach 3:58:14 Stunden auch schon wieder vorbei.

 

Seit genau einer Woche hat der Winter das Münsterland fest im Griff. Es schneit zwar seit Tagen nicht mehr, aber die klirrend kalten Nächte von bis zu -18Grad machen es auch nicht besser. Mülltonnen können nicht geleert werden, Tageszeitungen werden nicht mehr ausgetragen, frisches Obst wird langsam knapp, und viele Nebenstraßen sind noch immer unpassierbar.

Was diese gewaltigen Schneemassen angeht, haben wir hier im Flachland einfach zu wenig Erfahrungen. Während der Schnee Tag & Nacht via LKW von den Hauptstraßen an den Stadtrand gekarrt wird, sind die meisten Fuß- und Radwege bereits vom Schnee befreit. Mit einer Länge von 2,6Km führt der längste Weg, der „Grünring“, direkt vor meiner Haustür vorbei. Da meine Läufe von Montag bis Freitag auf meiner Hausstrecke im Tiefschnee nur dem Training meiner Oberschenkel dienlich waren, kreisten meine Gedanken um meinen fast schon obligatorischen wöchentlichen Marathon…
Läuft man oft genug diese 2,6 Kilometer auf und ab, erreicht man doch irgendwann automatisch die Distanz eines Marathons, oder?
Das Wetter war perfekt, zumindest optisch sah es schon sehr nach Sommer aus. Keine Wolke am Himmel, und Sonne pur, was will man mehr? Ich also passend in kurzer Hose raus in den Schnee, und los ging es bei -11Grad. Im Laufe der Zeit erwärmte es sich sogar auf -8Grad, das lässt weiterhin auf den Sommer hoffen.