Para-Leichtathletin aus Emsdetten

Quellenangabe: Sportredakteur Marius Holthaus, Emsdettener Volkszeitung, Ausgabe 04.10.2025

Bei der Weltmeisterschaft der Para-Leichtathleten in Indien ist Kim Vaske Siebte im Kugelstoßen geworden. Damit zeigte sich die Emsdettenerin „voll zufrieden“. Es gab aber auch Wermutstropfen.

Siebte bei einer Weltmeisterschaft! „Ich bin voll zufrieden“, sagt Para-Leichtathletin Kim Vaske wenige Stunden nach ihrem Wettkampf am Donnerstag zu unserem Medienhaus. „Mein Ziel waren ja die top 8, jetzt habe ich sogar noch einen Platz besser abgeschnitten“, freut sich die Kugelstoßerin aus Emsdetten. Dennoch gab es auch Wermutstropfen.

In der Heimat hatten sich Familie und Freunde extra den Wecker gestellt, um pünktlich ab 6.44 Uhr deutscher Zeit mitzufiebern. Doch im Livestream aus dem WM-Stadion in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi (dreieinhalb Stunden voraus) war Vaske nicht zu sehen. „Es liefen drei oder vier Disziplinen gleichzeitig, da konnte die Kamera leider nicht alles einfangen“, bedauert sie. Nur hin und wieder tauchte das Kugelstoßen der Frauen am Bildschirm auf.

Vaske katapultiert sich nach vorne

Da eine Teilnehmerin kurzfristig zurückzog, waren nur elf statt zwölf am Start. Vaske, die mittlerweile bei Bayer Leverkusen trainiert, begann mit 9,87 Metern. Im zweiten Versuch dann katapultierte sie sich mit 10,42 Metern schon auf Rang sechs, ließ im dritten 10,21 Meter folgen. Damit gehörte sie souverän zu den besten Acht, die drei weitere Male in den Ring durften. 10,11 Meter hätten dafür schon gereicht.

Im vierten Versuch steigerte sie sich auf ihre an diesem Tag beste Weite von 10,45 Meter, behauptete bis in die Schlussrunde hinein Rang sechs, ehe eine Chinesin sie mit dem letzten Stoß (10,54 Meter) noch auf Platz sieben verdrängte. Genau deswegen war sie im ersten Moment etwas geknickt. Doch der Hinweis ihres Trainers, Vaske sei beste Europäerin im Feld, munterte sie wieder auf.

„Klar, die Weite ist nicht das, was ich stoßen kann“, sagt sie über ihre 10,45 Meter. Es sei aber nicht einfach, auf den Punkt genau bei einer WM abzuliefern. Zumal im schwülen Klima Neu-Delhis schwierige Bedingungen herrschten und die Saison in diesem Jahr ungewöhnlich lang war. „Normalerweise endet sie im August oder spätestens im September.“

Selbst mit ihrer Bestmarke von 10,99 Meter wäre Vaske aber maximal Sechste geworden. Denn die ersten Fünf – und damit überraschend viele – lagen alle jenseits der 12 Meter. Karomat Omonova aus Usbekistan siegte mit 13,07 Metern.

„Bei den Paralympics im vergangenen Jahr in Paris bin ich 15. geworden, jetzt Siebte“, freut sich Vaske über ihren Aufwärtstrend. Fast alle, die bei der WM vor ihr landeten, sind älter als die gerade mal 20-jährige Lehramtsstudentin. „Ich nehme die Motivation, dass noch mehr drin ist, mit ins neue Jahr.“

Bis Sonntag ist Vaske noch in Neu-Delhi. Dann geht‘s mit dem Flieger zurück in die Heimat.