Wahl zur Sportlerin des Jahres: Hannah Arlom
Quellennachweis: Sportredakteur Christoph Niemeyer, Emsdettener Volkszeitung, Ausgabe 17.12.2025
„Lady first“ – so gehört es sich. Auch in diesem Jahr stellt die EV-Sportredaktion wieder die Aktiven vor, die für die Wahl zur EV-Sportlerin bzw. zum -Sportler des Jahres von den Vereinen bzw. dem Stadtsportverband Emsdetten nominiert worden sind. Los geht es mit Hannah Arlom.
- Hannah Arlom jubelt: Die 38-Jährige von der LG Emsdetten wurde in diesem Jahr Deutsche Meisterin der Profi-Triathletinnen auf der Mitteldistanz.
Die Profi-Triathletin der LG Emsdetten ist übrigens die einzige Frau im Kreis der insgesamt zehn Nominierten. Zum Vergleich: 2024 waren vier von acht Nominierten weiblich.
„Echt? Ist mir noch gar nicht aufgefallen“, wundert sich Hannah Arlom, dass sie die einzige Frau ist, die 2025 Sportlerin des Jahres werden könnte, sich aber gegen neun Männer durchsetzen muss. „Ich hoffe natürlich, dass ich viele Stimmen bekomme, dass es klappt. Aber für mich ist es auch schon eine Ehre, für diese von der EV und dem SSV durchgeführte Wahl überhaupt nominiert zu werden. Ich finde das toll – egal auf welchem Platz ich am Ende lande.“
Im Sportjahr 2025 landete die Emsdettenerin mehrfach auf dem Podest, lieferte Top-Leistungen ab.
Herausragend
Herausragend: Am 1. Juni wurde Hannah Arlom in Heilbronn Deutsche Meisterin der Profis auf der Mitteldistanz. In 4:43,50 Stunden spulte sie die Distanzen 1,9 Kilometer schwimmen, 83 Kilometer auf dem Rad und 21,8 Kilometer laufen ab – und war im Ziel logischerweise ziemlich platt. „Ich freue mich riesig“, gestand Arlom. „Es war echt toll, im Ziel so gefeiert zu werden. Aber ich war auch echt froh, als ich im Ziel war. Die letzten Kilometer waren echt zäh.“ Dabei war Heilbronn „nicht mal meine beste Mitteldistanz in diesem Jahr“, verrät sie. „Der Viking-Triathlon Ende Juni lief für mich eigentlich noch besser.“
Es war nicht mal das erklärte Ziel Arloms, Deutsche Meisterin zu werden. „Eigentlich hätte ich nach dem Apfelland-Triathlon am 18. Mai in Österreich, den ich zwei Wochen vor DM bestritten habe, noch eine Woche Pause gebraucht“, gesteht sie. Doch eine Deutsche Meisterschaft ist eine Deutsche Meisterschaft – und das lässt sich eine Hannah Arlom ungern entgegen, wenn sich die Chance bietet.
MS-Marathon unter 3 Stunden
Also sprang sie am 1. Juni um 8.15 Uhr „in den dreckigen Neckar“ und kletterte nach 31:42 Minuten als Zweite wieder aus dem Fluss. Ab aufs Tria-Spezial-Rad: Die 83 km mit 1100 Höhenmetern hatten es in sich, u.a. war eine 15-prozentige Steigung zu meistern. Hannah Arlom trat mächtig in die Pedalen und lag, als sie nach 2:33,07 Std. vom Rad stieg, an der Spitze des Feldes. Die Radstrecke hatte „viele Körner gekostet“, doch Arlom spulte die 21,8 km lange Laufstrecke routiniert in 1:26,26 Std. ab, war nach 4:43,50 Std. im Ziel und durfte sich über den Deutsche Meistertitel bei den Profi-Frauen freuen.
Ein toller Erfolg, aber beileibe nicht der einzige in 2025. So meisterte Hannah Arlom in diesem Jahr auch ihren ersten Marathon – und zwar in Münster und das gleich unter 3 Stunden (zuvor hatte sie bereits beim Langdistanz-Triathlon in Roth die 42,195 km geschafft). In Münster lief sie ihren ersten Solo-Marathon. Das Ziel – unter 3 Stunden zu bleiben – hatte sie im Hinterkopf. Aber: „Eigentlich wollte ich den Zieleinlauf über den roten Teppich auf dem Prinzipalmarkt genießen“, erklärt sie.
Doch manchmal kommt es anders… „Circa bei Kilometer 30 wurde es so richtig schwer für mich.“ Die Dettenerin dachte gar daran, aufzugeben. „Da habe ich jeder Unterstützung gebraucht.“ Und die wartete an der Strecke: Maren Weiss, Arloms Physiotherapeutin, und ihre Tochter Elin, die von Arlom trainiert wird, standen an der Strecke und feuerten an. „Das hat mich gepusht. Ich habe gedacht: Als Trainerin kann ich die Elin doch nicht enttäuschen. Also: Vollgas und durch.“
Zielsprint
Und so wurde aus dem geplanten Genuss-Jogging über den roten Teppich ein echter Zielsprint. Der sich lohnte! 21 Sekunden blieb Hannah Arlom unter der Drei-Stunden-Marke, „flog“ nach 2:59,39 Stunden über die Ziellinie. „Danach habe ich geheult – vor Glück. Aber auch, weil ich so kaputt war.“
Nach dem für sie erfolgreichen Jahr 2025 „habe ich lange überlegt, ob ich noch ein weiteres Jahr als Profi dranhänge“, sagt die Triathletin, die einem Vollzeit-Job als Lehrerin an einem privaten Gymnasium in Hopsten nachgeht. Beruf und Profi-Triathlon – da bleibt nicht mehr viel Freizeit übrig.
Doch 2026 geht sie noch mal an den Start, will es „auf der Langdistanz probieren“, denn der „Mythos Ironman auf Hawaii“, treibt die Emsdettenerin nach wie vor um und an. Im August 2026 will sie in Schweden die Quali-Norm für Hawaii schaffen. Vielleicht als EV-Sportlerin des Jahres 2025?
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